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Wir MÜSSEN nichts mehr

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf eines Freundes aus dem Ausland, der Deutschland sehr schätzt und seit vielen Jahren ein guter Beobachter unseres Landes ist.

 

Er sagte zu mir: „Ihr Deutschen müsst ja nichts mehr; ihr schafft das Verb „müssen“ ab.“

 

Er führte aus, dass nach seiner Beobachtung auch in der aktuellen Situation längerfristige Tendenzen und Entwicklungen mit einer schärferen Kontur zu Tage treten.

 

„Ihr müsst nicht mehr arbeiten, ihr müsst keine Verantwortung mehr übernehmen, ihr müsst Euch nicht mehr anstrengen, ihr glaubt, dass der Staat, die Unternehmer und andere auf dieser Welt euren erreichten Luxus weiter finanzieren sollen, ohne dass ihr noch bereit seid dafür etwas zu leisten.“

 

Diese sehr scharfzüngige Kommentierung und die noch schärfere Analyse trifft den Nagel auf den Kopf!

 

Die scheinbaren wirtschaftlichen Erfolge der vergangenen Jahre sind sicherlich nicht alleine der Leistungsfähigkeit und besonderen Kompetenz oder aber dem herausragenden Engagement von Mitarbeitern allein zu verdanken, sondern auch und vor allem den eklatanten Schwächen unserer Mitmarktteilnehmer.

Viele Staaten haben die industrielle Produktion bereits weitgehend abgeschafft und glauben mit einer ausschließlichen Dienstleistungs- und Freizeitkultur die Zukunft gestalten zu können. Digitalisierung, Home-Office für die Life-Work-Balance, Grundeinkommen und zu viel Zeit, um dumme Gedanken und Verschwörungstheorien zu entwickeln, prägen mehr oder weniger die Vor-Corona Zeit.

 

Von Nix kommt Nix – Energieerhaltungssatz!

 

Wir brauchen wieder eine Kultur des Machens und der Zukunftsorientierung. Die dauerhafte Erwartungshaltung, ob klein oder groß, in jeder Krise sofort nach Unterstützungen des Arbeitgebers und des Staates zu fragen, zeigt ein hohes Maß an Verlust der Eigenverantwortung.

Trotz der bisher guten Handhabung der Krise wird im Detail deutlich wie widersprüchlich Regeln und wie noch widersprüchlicher das Verhalten vieler Menschen bei uns ist.

 

Freiheit zu fordern, ohne Verantwortung zunächst einmal für sich selbst und dann auch für andere tatsächlich zu übernehmen, erodiert in unserem Land und in unserer Gesellschaft. Damit gefährden wir längerfristig den Wirtschaftsstandort in Deutschland.

 

Es muss dem Einzelnen zugemutet werden können auch einmal mit seinen eigenen Ressourcen, ob klein oder groß, längere Durststrecken zu überwinden, ohne dass grundsätzlich andere dafür einstehen müssen.
Dies hat nichts mit der Abschaffung des Sozialstaates zu tun – sondern damit, was den Menschen schon immer prägt: Persönliche Verantwortung für das eigene Handeln und das eigene Tun und nicht zuletzt durch das was wir sagen und schreiben, sei’s in der realen Welt oder in der virtuellen.

 

 

Es wäre zu wünschen, dass diese Reflektion von allen angenommen wird und insbesondere auch von den politisch Verantwortlichen. Vor allem von großen Unternehmen und deren Managern, die im Gegensatz zu vielen Mittelständlern keine persönlichen Ressourcen im Unternehmen haben, ist es sicher verantwortungslos heute Milliarden Gewinne zu machen und morgen bereits nach drei Monaten nach dem Staat zurufen. Das zeugt nur von einem:
Von einer auf Kurzfristigkeit und Kurzsichtigkeit gewinnorientierten Politik und Wirtschaft. Solche Verantwortungsträger können uns nicht in die Zukunft führen und solche Gedanken sind nicht zukunftsfähig.

 

Wenn Sie Lust auf neue Gedanken haben melden Sie sich bei uns, wir stehen Ihnen gerne in

Der MehrWert – Denkfabrik als Ideen Fabrikant zur Verfügung

 

 

Dr. Hilmar Brödler